Sonntag, 31. Januar 2010

Interview zu FlashForward

Joseph Fiennes Interview

.... Mittendrin ein Hauptdarsteller, den Cineasten wohl niemals im Cast einer solchen Serie vermutet hätten. Joseph Fiennes (39), der "Shakespeare in Love"-Star und "Luther", spielt den FBI-Agenten Mark Benford, der mit seinem Team in einem fiebrig-rasanten Wettlauf gegen die Zeit hinter das Mysterium kommen will.

Das Leben von Mark Benford (Joseph Fiennes) hat sich in zwei Minuten und 17 Sekunden komplett verändert ...
Der Brite, der im Mai 40 Jahre alt wird, gehört zweifellos zu den intellektuellen Vertretern seiner Zunft.

Joseph Fiennes sagte über sich immerhin schon Sätze wie diese: "Ich sehe die Bücher, die ich im Regal stehen habe, als meine Freunde. Ich finde, Platon könnte heute moderner nicht sein." 
Fiennes macht auch gar keinen Hehl daraus, dass er sich lange Zeit nicht wirklich fürs Fernsehen interessiert habe.
"Fernsehen wurde für mich erst durch die Serie Sopranos interessant", lässt sich der vielseitige Theater- und Filmschauspieler zitieren.
Diese Serie habe ihm gezeigt, dass heute mitunter auch im TV auf absolutem Filmniveau gearbeitet werde.

"Als ich dann das Skript von FlashForward las, war ich sofort fasziniert und konnte nicht aufhören zu lesen - da war für mich klar, dass ich diese Rolle spielen möchte", so der jüngere Bruder von Schauspieler Ralph Fiennes, und er bekennt freimütig: "Ich liebe Action!"

"FlashForward" schreibt der Schauspieler eine ähnliche Wirkung wie "24" zu - Fernsehen, das Zuschauer zu Junkys macht. "Du musst einfach wissen, was als nächstes passiert."
Die Auftaktfolge legt den Grundstein sehr geschickt. 137 Sekunden - alles schläft, einsam wacht: Auf Überwachungsmonitoren tauchen schwarze Gestalten auf, die während des kollektiven Blackouts munter durch die Weltgeschichte spazierten ... Terroristen? Das Team um Mark Benford beschließt indes, eine Website zu erstellen, auf dem alle Menschen weltweit ihre Zukunftsvisionen "posten" können. Mosaikartig soll sich auf diese Weise ein schlüssiges Bild ergeben. Da wartet man doch gerne mit Gänsehaut auf Weiteres.

Fiennes betont allerdings, dass neben Spannung, Action und jenem Touch von Grusel, der auch "Lost" anfangs zu so einem weltweiten Renner machte, nicht alles sind. "FlashForward" setze sich auch intensiv mit moralischen Fragen auseinander - und mit sehr persönlichen.
"Mark lässt sich nicht beirren und will wirklich herausfinden, was passiert ist, und vor allem will er nicht, dass seine Zukunft Wirklichkeit wird. Er sieht ja, dass er wieder anfängt zu trinken und dass seine Ehe daran zerbricht. Er kämpft für eine andere Zukunft und macht das mit voller Leidenschaft, und das finde ich toll an ihm", sagt Joseph Fiennes, der seit August 2009 mit dem Schweizer Model Maria Dolores Dieguéz verheiratet ist.

Er selbst würde sich durchaus mal einen Blick in die Zukunft gönnen, wenn er denn könnte, erklärt der Charakterdarsteller, der in "FlashForward" eine willkommene Abwechslung zum smarten, aalglatten Ermittlertyp anderer US-Serien gibt.
"Wenn ich wirklich einen FlashForward hätte, würde ich mir wünschen, dass die Serie fünf Jahre läuft", meint Fiennes. Drohen also "Lost"-artige Verhältnisse mit einer nicht mehr enden wollenden Story? Es bleibt vorerst das Geheimnis der Produzenten Brannon Braga ("24") und David S. Goyer, der zu "The Dark Knight" das Drehbuch verfasste. Mit David habe er bereits gesprochen, erklärt Fiennes, "und er hat die Geschichte brillant geplant. Ich hätte großen Spaß daran, weiterzumachen, und wäre sehr traurig, wenn das nicht klappen würde."
FlashForward läuft ab 1. März, 20.15 Uhr, dann montags, 21.15 Uhr auf  ProSieben

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